México

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Steini und Franziska

Unsere ersten Besucher aus der Schweiz

04. Oktober 2015

Mit Steini und Franziska bekamen wir vom 8. bis am 24. Juli zum ersten Mal Besuch aus der Schweiz. Dies war insofern speziell, weil Steini uns am 8. Januar frühmorgens an den Flughafen brachte. Er war somit der letzte Freund, den wir in der Schweiz sahen, und der erste Schweizer, den wir in Mexiko sahen.

Steini und Franziska flogen mit der Air Canada über Toronto nach Mexiko-Stadt (diese Route haben wir noch nie probiert). Es war anscheinend der günstigste, dafür hatten sie 8 bzw. 10 Stunden Aufenthalt in Toronto; genug für ein Bier in der Innenstadt von Toronto! Nach Flugplan hätten sie Mittwoch nachts um 23:59 ankommen sollen. Mit Verspätung und der Verzögerung bei der Pass- und Gepäckkontrolle wurde es jedoch nach 2 Uhr, bis wir den Flughafen verliessen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir unser Auto relativ neu, ich fuhr fast noch nie in der Innenstadt, und schon gar nicht nachts, was uns schnurstracks ins erste Abenteuer führte. Nach einer kurzen Strecke in die falsche Richtung in einer Einbahnstrasse (keiner von uns sah, dass es eine Einbahn war; dunkel, praktisch keine Signalisierung und keine Autos) machten wir Bekanntschaft mit der Polizei. Die Busse wurde sicherlich nie dem Staat zugeführt, dafür führten sie uns dann gleich noch mit Blaulicht vor das Hotel.

In diesen Tagen haben wir ihnen die guten und schönen Seiten von Mexiko gezeigt; nicht diejenige, die man in Europa in den Nachrichten liest und hört. Das Wichtigste davon war natürlich das Essen, und wir taten es ausgiebig. Wir probierten Tamales, Atole, Elotes, Esquites, und generell die verschiedenen Arten und Farben von Mais, Chapulines, Sope, Quesadillas, Tlacoyos, Tacos, Nopal, Chicharron, Mole, Flautas, Queso fundido und vieles mehr. Und natürlich assen wir uns auch durch die unzähligen Früchte, von der Mamey über Chicozapote, Mangos, alle verschiedenen Arten von Bananen und Tuna, um einige zu nennen. An einem Abend waren wir Gast bei meinen Schwiegereltern, und die Schwiegermutter kochte uns Huauzontles. Auf der liquiden Seite durfte natürlich eine Verkostung von Pulque und Mezcal nicht fehlen. (Die meisten Gerichte kennt ihr wahrscheinlich nicht; ich plane aber, das eine oder andere in zukünftigen Einträgen zu beschreiben.)

Am Freitag besuchten wir Teotihuacán, eine voraztekische Ruinenstadt ein wenig nördlich von Mexiko-Stadt. Teotihuacán hatte seinen Höhenpunkt in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends, und verschwand gegen Ende des 1. Jahrtausends. Bei ihrem Höhepunkt wohnten geschätzte 125‘000 Einwohner in der Stadt, was für diese Zeit unglaublich gross ist. Die Ruinenstadt ist dominiert von den zwei grossen Pyramiden, der Pirámide del Sol, der Sonnenpyramide, und der Pirámide de la Luna, der Mondpyramide. Die Sonnenpyramide ist die drittgrösste Pyramide der Welt, nach den Cheops und Chephren Pyramiden von Gizeh, aber vor der Mykerinos Pyramide in Gizeh.

Steini und Franziska beim Aufstieg auf die Sonnenpyramide Steini und Franziska auf halbem Weg beim Aufstieg auf die Sonnenpyramide; im Hintergrund die Mondpyramide.

Wir besuchten natürlich all die schönen Plätze der Stadt: der grosse Park Chapultepec; den grossen zentralen Platz Zocalo; die Ruine des Templo Mayor, das Zentrum der aztekischen Stadt bevor die Europäer kamen; das schöne Viertel Coyoacán; und eine Runde mit dem Stadtbus, unter anderem zur weltgrössten Stierkampfarena und den zwei Fussballstadien der Puma und der Cruz Azul. Am Samstag Abend liessen wir es uns nicht nehmen zur Plaza Garibaldi zu gehen, um Mariachis live zu sehen und zu hören.

"Los Mariachis" im Tenampa “Los Mariachis” im Tenampa.

Viele der Speisen probierten wir auf einem Tianguis, dem Strassenmarkt, die an jedem Tag der Woche an einem anderen Ort stattfinden (Freitags ist einer gerade vor unserer Wohnung).

Steini und Franziska auf dem Strassenmarkt Auf dem Tianguis, dem Strassenmarkt.

Vom 12. bis am 22. Juli reisten sie dann in die mexikanische Karibik. Sie flogen zuerst von Mexiko-Stadt nach Cancún, und von da mit dem Hotelbus zum Hotel an der Playa del Carmen. Soviel sie uns erzählten, hatten sie ein ausgefülltes und abwechslungsreiches Programm. Neben dem normalen planschen in der wunderschönen Karibik stand schnorcheln auf dem Programm, Wassertöff und Quad fahren und tauchen in atemberaubenden Höhlen. Und was natürlich auch nicht fehlen durfte auf Yucatán, wie diese mexikanische Halbinsel heisst, ist der Besuch von Maya-Ruinen. Mit den drei schönen Orten Coba, Chicheniza und Tulum kamen sie auch diesbezüglich voll auf ihre Kosten.

Am 24. Juli verliessen sie uns wieder in Richtung Schweiz, wie schon bei der Ankunft mitten in der Nacht, um 00:20. Diesmal aber ohne Polizeieskorte.

Bevor wir von Schottland nach Mexiko umzogen, habe ich mich im Januar in der Schweiz noch durch alte Fotos gearbeitet und diese digitalisiert. Dabei stiess ich auf ein Foto mit Steini aus dem Jahre 1999, und im Gedenken an die alte Freundschaft haben wir den Schnappschuss in Mexiko wiederholt, 16 Jahre später.

Steini und Pöstler, 1999 Steini und Pöstler, 2015 Steini und Pöstler, 1999 in Thalheim und 2015 in Mexiko.

Steini und Franziska, herzlichen Dank für euren Besuch. Wir hoffen ihr habt es genossen, wir haben es auf jeden Fall!