México

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FJ ‘98

Ein würdevoller Abschluss

04. Februar 2019

Vom 28. Dezember 2018 bis am 5. Januar 2019 besuchten uns Bonz, Chörchill, Goofy und Hirsch. 20 Jahre nach unserem Eintritt an die AKSA führte uns die 15. Fuxenreise schon zum siebten Male ins Ausland. Nach Amsterdam ‘08, Colmar ‘09, Edinburg ‘11, Berlin ‘12, Peking ‘13 und Brüssel ‘14 war diesmal nun eben Mexiko-Stadt an der Reihe.

Als erster reiste am 28. um Mitternacht Chörchill aus Peking an. Nach einer verdienten Nachtruhe machten wir uns auf die Kultur-Tour, die mit der ganzen Gruppe wahrscheinlich nicht mehr mehrheitsfähig gewesen wäre. So besuchten wir am Samstag das eindrückliche Anthropologische Museum im Parke Chapultepec, dem mit 6.7 Quadratkilometern grössten Park von Mexiko-Stadt. Das Museum zeigt die die reichhaltige Kultur von Mexiko und erzählt die Geschichte der Besiedlung Amerikas, der Ankunft der Europäer, bis hin zur heutigen Zeit. Zudem beherbergt das Museum zahlreiche archäologische Stücke von all den verschiedenen Kulturen, von den Rarámuris im Norden über die Mexicas im Zentrum zu den Zapoteken und Mixteken im Süden und den Mayas im Südwesten. Die Mexicas sind bei uns eher als Azteken bekannt, ein Begriff, der hier immer weniger gebraucht wird, da er mit der Kolonialisierung in Verbindung gebracht wird. Die Ureinwohner in Tenochtitlán, dem heutigen Mexiko-Stadt, nannten sich nämlich Mexicas, also Mexikaner. Der Begriff Azteken wurde vor allem durch den deutschen Forscher Alexander von Humboldt im 19. Jahrhundert geprägt. Piedra del Sol. El Creador. Piedra del Sol (Stein der Sonne), Tenochtitlán und El Creador (Schöpfer), Xochilalco Morelos, im Anthropologischen Museum von Mexiko-Stadt. Der Sonnenstein wird irrtümlicherweise häufig auch Kalenderstein genannt.

Am Samstag-Abend reisten Bonz und Goofy aus der Schweiz an. Zu viert besuchten wir am Sonntag das wunderschöne Quartier Coyoacán, gut zu Fuss von uns zu Hause erreichbar. Ein Besuch des Museums Frida Kahlo sagten wir wegen der unendlichen Schlange vor dem Eingang ab, worüber nicht alle in der Gruppe unglücklich waren. Stattdessen gönnten wir uns ein kühles Bier einer Mikrobrauerei (auch in Mexiko seit ein paar Jahren sehr im Trend) im schönen nationalen Kulturkino, bevor wir in einem Restaurant bei uns um die Ecke gemütlich einen Jass klopfen wollten. Dies wurde jedoch jäh unterbrochen, anscheinend sind Kartenspiele in mexikanischen Restaurants nicht erwünscht. Wir dislozierten daher direkt ins Sonora Grill Prime, ein edles Restaurant mit saftigen Fleischstücken. Sonora ist ein Bundesstaat im Norden, und der Norden von Mexiko ist bekannt für die guten Steaks. Frisch gestärkt ging es dann abermals an den Flughafen, um fast gegen Mitternacht Hirsch zu empfangen, der uns aus Ecuador her anflog. Mit der Ankunft von Hirsch war unsere Reisetruppe vollzählig, da Kater und Dezibel leider nicht dabei sein konnten.

Am letzten Tag des Jahres besuchten wir zuerst den meistbesuchten Ort von Mexiko, Teotihuacán, mit der weltweit höchsten Pyramide nach Gizeh. Bevor wir uns auf die Sonnenpyramide hinaufquälten deckten wir uns bei einer Genossenschaft mit den ersten Souvenirs ein und, viel wichtiger, stärkten uns ausgiebig mit mexikanischem Essen und Bier. Das erklimmen der Pyramide liess dann unsere alternden Lungen auf Hochtouren laufen, vor allem da sie auf weit über 2000 m ü. M. liegt. Teotihuacán war schon verlassen als die Europäer in Mexiko ankamen, die Blütezeit dieser Stadt war in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends. Die Sonnenpyramide von Teotihuacán. Die Mondpyramide von Teotihuacán, von der Sonnenpyramide her gesehen. Gruppenfoto auf der Mondpyramide. Chörchill und Bonz vor der Sonnenpyramide. Die Weitläufigkeit von Teotihuacán von der Mondpyramide her gesehen. Chörchill und Goofy auf der Sonnenpyramide. Besuch von Teotihuacán. Oben die Sonnenpyramide, darunter die Mondpyramide, von der Spitze der Sonnenpyramide her gesehen. Die Sonnenpyramide ist nach den Cheops und Chephren Pyramiden von Gizeh die drittgrösste Pyramide der Welt.

Die Silvester-Feier selber war dann ein eigentlicher Höhepunkt. Liliana und ich hatten Mühe etwas zu finden. Der Mexikaner feiert den Jahreswechsel in der Regel im Familienkreis. Viele Restaurants schliessen daher im Verlaufe des Abends, damit auch die Angestellten noch rechtzeitig nach Hause kommen. Mit etwas Glück fand Liliana jedoch eine traditionelle Mexikanische Cantina (La Riviera del Sur), die ein Silvester-Programm anbot. Die Cantina war proppenvoll (kein Wunder, bei dieser Angebotsknappheit), und die Stimmung dementsprechend toll, musikalisch unterstützt von einer kubanischer Band im Stile des Buena Vista Social Club. Als die Tore um zwei Uhr nachts schlossen erkundeten wir uns, ob es wohl in der Nähe noch etwas für den Bierhunger gäbe. So fanden wir uns zwei Strassen weiter in einer kleinen Taquería/Bar wieder. Da waren um diese Zeit nur noch ein paar gute Freunde der Besitzer anwesend, aber die hatten ihre wahre Freude an uns Güeros. So wurde aus dem geplanten, kleinen Snack noch eine Afterparty bis zum Sonnenaufgang. Gruppenfoto in der Cantina . Gruppenfoto in der Taquería. Goofy, Hirsch und Chörchill. Zubereitung der Lamborghinis. Goofy und Liliana amüsieren sich. Silvester-Freude: Gruppenfoto (mit Liliana und ihrem Bruder Miguel) um acht in der Cantina (um halb acht waren wir die ersten, aber gegen neun Uhr war es voll), und sieben Stunde später in der Taquería um die Ecke. Der Barkeeper in der Cantina hatte auch seine Freude an uns, wahrscheinlich kann er nicht jeden Abend die Gäste mit der Zubereitung von sieben Lamborghinis unterhalten.

Der 01. Januar stand dann wenig überraschend unter einem ruhigen Stern, nur nicht zu viel und zu schnell bewegen. Wir verbrachten den Tag gemütlich auf einer Trajinera, einem Boot, in den “schwimmenden Gärten” (Chinampas) von Xochimilco. Während auf anderen Booten Mariachis aufspielten genossen wir Tacos mit Bistec und Arrachera, und ein kühles Bier. Gruppenfoto vor dem Essen. Chörchill geniesst die Bootsfahrt. Tacos auf der Trajinera. Es war vor allem Ausruhen angesagt. Die Trajineras im Kanalsystem von Xochimilco. Mit einer Trajinera auf dem Kanalsystem von Xochimilco. Es war vor allem Ausruhen angesagt, die Seele baumeln lassen.

Am Mittwoch stand dann endlich das Stadtzentrum auf dem Programm. Wir besuchten das historische Zentrum mit dem Zócalo und der Kathedrale, aber natürlich vor allem die Ruinen des Templo Mayor. Der Grosse Tempel war der grösste und wichtigste Tempel von Tenochtitlán, der Hauptstadt der Mexicas, auf dessen Ruinen heute Mexiko-Stadt steht. Wir genossen die Aussicht vom Torre Latinoamericana; bei seiner Fertigstellung im Jahre 1956 war es das höchste Gebäude Lateinamerikas, und es überstand alle schweren Erdbeben unbeschadet. Um die Aussicht bei Tageslicht und bei Nacht zu geniessen, verweilten wir dazwischen ein bisschen im Turmrestaurant. Die Kathedrale im Stadtzentrum. Die Ruinen des Templo Mayor. Hochhäuser entlang der Reforma. Auf dem Torre Latinoamericana. Museum des Templo Mayor. Aussicht in Richtung den Vulkanen Iztaccíhuatl und Popocatépetl (links und rechts im Hintergrund). Aussicht bei Nacht Richtung Zócalo. Eindrücke des Stadtzentrums. Zuoberst die Kathedrale und die Ruinen des Templo Mayor. Unten die Aussicht vom Torre Latinoamericana, bei Tageslicht in Richtung der Vulkane Iztaccíhuatl und Popocatépetl (links und rechts im Hintergrund), und bei Nacht in Richtung des Zócalo.

Zu Nacht assen wir im historischen Café Tacuba, bevor wir uns an die Plaza Garibaldi begaben für ein weiteres Kapitel mexikanischer Kultur: Bei Bier, Mezcal und Tequila genossen wir die Live-Musik von Mariachis, Trios (Gitarren) und Duos (Harfe und Gitarre). Gruppenfoto zu Beginn. Gruppenfoto gegen Ende. Mariachis in Action. Ein Duo am Aufspielen. Chörchill probiert den Elektroschock. Die Gruppenfotos zu Beginn und gegen Ende zeigen die mexikanische Transformation, die allen widerfuhr. Unten Mariachis und ein Duo am Aufspielen, Chörchill probierte zudem den Elektroschock.

Am dritten Januar verliessen wir ein zweites Mal die Stadt. Nach unserer Reise in den Norden nach Teotihuacán am 31. Dezember ging es diesmal in den Süden zur Pyramide von Tepoztlán. Die Pyramide von Tepoztlán ist, im Gegensatz zu den Pyramiden von Teotihuacán, unbescheiden, klein und simpel. Das spezielle und eindrückliche an der Pyramide in Tepoztlán ist ihre Lage. Um sie zu besuchen muss man einen steilen Aufstieg in Kauf nehmen mit guten 430 Metern Höhenunterschied. Dafür wird man danach mit einer prächtigen Aussicht belohnt. Das Dorf selber gehört zu den sogenannten magischen Dörfern von Mexiko (Pueblo Mágico). Tepoztlán ist Nahuatl und bedeutet nahe bei Tepoztécatl (ein Gott der Mexicas; tlan bedeuted nahe). Die Pyramide wurde zwischen 1150 und 1350 erbaut. Tepoztlán beherbergt auch einen riesigen, ehemaligen Konvent. Beim letzten starken Erdbeben wurde der jedoch stark beschädigt und kann wegen den Renovationen im Moment nicht besucht werden. Ansicht der Bergflanke, auf deren Spitze die Pyramide steht. Pyramide von Tepoztlán. Aussicht von den Pyramiden auf das Dorf. Gruppenfoto auf den Pyramiden. Abstieg. Es hatte unglaublich viele Touristen. Strassenszene. Gruppenfoto nach getaner Arbeit. Verdientes Essen nach der Kletterei. Ausflug nach Tepoztlán. Zuoberst die Aussicht auf das, was bevorstand: ein Aufstieg von gut 430 Metern, relativ steil. Dann die Pyramide von Tepoztlán, und die Aussicht aufs Dorf von derselbigen. Der Auf- und Abstieg war so überfüllt von Touristen, dass man hin und wieder im Stau stand. Nach getaner Arbeit stärkten wir uns verdient an einigen mexikanischen Gerichten.

Der letzte Tag mit der kompletten Gruppe starteten wir mit einem sehr mexikanischen Frühstück: Tamales und Atole. Tamales bestehen aus Maisteig der mit Fleisch, Käse, Pilzen oder anderen Zutaten gefüllt wird, in Maisblätter eingehüllt und so im Dampf gegart wird. In Mexiko-Stadt werden diese häufig in einem Brötchen wie ein Sandwich serviert, was man dann Guajalota nennt. Die Atole ist ein meistens sehr süsses Heissgetränk aus Mais, das in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Schokolade, Guayaba oder Reis erhältlich ist. Danach stand ein weiterer Besuch des Stadtzentrums auf dem Plan. Zuerst ging es in die Ciuadela, ein Markt wo man Kunsthandwerk aus allen Regionen von Mexiko kaufen kann, und daher ein idealer Ort für Souvenirs ist. Da Mexiko viel Silber hat kommt man da auch relativ günstig zu schönem Silberschmuck. Von da ging es an die Reforma, die grosse “Hauptstrasse” von Mexiko-Stadt, bis zum Ángel de la Independencia, das Denkmal der Unabhängigkeit. Der Abschluss machte ein Abstecher ins touristische Quartier Zona Rosa.

Freitag gegen Mitternacht reiste dann Chörchill als erster wieder ab (durch die Zeitverschiebung kam er erst am Sonntag in China an), und Bonz und Goofy reisten ein paar Stunden später auch wieder Richtung Schweiz. So blieb uns ein Ausklang mit Hirsch. Wie schon das Aufwärmen mit Chörchill war das Ausklingen mit Hirsch geprägt von Kultur. Wir schauten kurz beim Palacio de Bellas Artes vorbei, und besuchten nachher das Museo Nacional de Arte. Der Abschluss der Kulturreise krönte ein Besuch des Palacio Nacional mit seinen eindrücklichen Murales von Diego Rivera. Zudem assen wir noch einmal fürstlich, zuerst im Azúl Histórico zu Mittag und später noch ausgiebig im Asado del Valle zu Nacht, einem uruguayischen Restaurant. Hirsch flog am Sonntag morgen früh wieder ab Richtung Schweiz, womit diese tolle Woche ihr Ende fand. Eine Molcajete mit Chicharron, Bistec und Nopal. Bier mit Chapulines in Coyoacán. Tacos al pastor. Mexikanischer Revolutionär I. In unserer Wohnung I. Mexikanischer Revolutionär II. Mexikanischer Revolutionär III. In unserer Wohnung II. Ein paar Eindrücke dieser tollen Woche; zentrales Thema in Mexiko ist natürlich immer das Essen. In den Fotos ist zuerst eine Molcajete mit Chicharron, Bistec und Nopal, gefolgt von einem Taco al Pastor, der ein bisschen einem Kebab gleicht. Unterwegs trafen wir noch ein paar mexikanische Revolutionäre, bereit für den nächsten Kampf.

Chörchill, Bonz, Goofy und Hirsch, herzlichen Dank für euren Besuch in Nordamerika. Es war eine fantastische Woche und wir hoffen, ihr habt Mexiko auch in vollen Zügen genossen. Vor allem hoffen wir auch, dass ihr einen anderen Eindruck bekommen habt von Mexiko als die leider zu häufig schlechten Schlagzeilen, welche man in den Medien vernimmt.